Eine runde Sache mit Ecken
Seit 2007 gehörte die große Holzkugel auf dem Dach der Imaginata fest zum Bild von Jena-Nord. Nach fast 20 Jahren in 24 Metern Höhe hatten Wind, Regen, Frost und Sonne jedoch deutliche Spuren hinterlassen. Zum 100. Geburtstag des ehemaligen Umspannwerks bekam das Wahrzeichen deshalb einen Nachfolger: Ende August wurde der Imaginata eine neue Kugel aufs Dach gehoben.
Wobei „Kugel“ konstruktiv nur die halbe Wahrheit ist. Es handelt sich um eine geodätische Kugel, deren Oberfläche sich aus vielen Dreiecken zusammensetzt. Das neue Modell besteht aus 270 Aluminiumrohren und 90 Knotenpunkten, misst vier Meter im Durchmesser und wiegt rund 100 Kilogramm.
Wir als SGHG Ingenieure haben die Berechnung der Statik der Konstruktion übernommen. Die dreidimensionale Geometrie ließ schon die Modellierung zu einer besonderen Aufgabe werden. Knifflig wurde es vor allem dort, wo Alt und Neu zusammentreffen: Das vorhandene Podest der früheren Holzkugel auf dem Dach sollte weiter genutzt und die neue Aluminiumkonstruktion sicher daran verankert werden. Entsprechend genau mussten wir uns die Anschlüsse und die Lastübertragung in den Bestand ansehen.
Für Nicht-Ingenieure: Rund 100 Kilogramm klingen für eine vier Meter große Kugel erstaunlich leicht. In 24 Metern Höhe ist aber nicht ihr Eigengewicht die entscheidende Größe. Der Wind trifft auf die gesamte Konstruktion und erzeugt Kräfte, die über die vielen Stäbe und Knoten bis in die bestehende Verankerung sicher abgetragen werden müssen – besonders im Winter, wenn die Kugel vereisen sollte. Das konnten wir mit unseren Berechnungen sicherstellen.
Möglich wurde der Bau der neuen Kugel auch durch Unterstützung aus Jena. Über die Jena-Crowd der Stadtwerke Jena-Pößneck wurden im Sommer Spenden für die Konstruktion der Kugel sowie für Statik und Bauantrag gesammelt. Auch wir als SGHG Ingenieure haben das Projekt unterstützt und einen Teil unserer Leistung als Spende beigesteuert.
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© SGHG Ingenieure GmbH
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